Salafisten und Graue Wölfe vernetzen sich

Das ZDF berichtete am Dienstagabend darüber, dass sich Salafisten und Graue Wölfe zunehmend vernetzen. Dass sich die türkisch-rechtsextremistischen Graue Wölfe in der nordrhein-westfälischen CDU eingenistet haben, ist spätestens seit letztem Jahr bekannt. Droht Deutschland eine völlig neue Dimension des Extremismus, geduldet von einer Regierungspartei?

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Was droht Deutschland, wenn sich Graue Wölfe (hier bei einem Aufmarsch Anfang Mai in Düsseldorf) …. (Bild: blu-news.org)

Mitglieder der sogenannten Dinslakener Zelle stammen aus dem Umfeld der türkisch-rechtsextremistischen Grauen Wölfe. Das belegen Recherchen von „Frontal 21″, über die das ZDF-Magazin am Dienstagabend berichtet hat. Bei der Dinslakener Zelle handelt es sich um Jihadisten, von denen bereits mehrere bei Gefechten in Syrien getötet wurden. Einige Mitglieder dieser Zelle wurden bereits frühzeitig in Jugendverbänden der Grauen Wölfe radikalisiert. Das bestätigte der Islamwissenschaftler Marwan Abou-Taam vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz gegenüber „Frontal 21″. Abou-Taam bezeichnete die Grauen Wölfe als faschistische Organisation. Auch beobachtet er eine zunehmende Vernetzung von Salafisten und ultranationalistischen Türken in Deutschland: „Das spannende bei den Grauen Wölfen ist, dass sie eine nationalistische Ideologie sehr stark verbinden mit einer religiösen Komponente.” Dadurch gebe es enge Kontakte zwischen islamistischen Organisationen und der Bewegung der Grauen Wölfe. „Das ist gefährlich, was man in Dinslaken sehen konnte.”

Abou-Taam schätzt die Grauen Wölfe heute als gefährlicher ein als die Salafisten: „Die Tatsache, dass (…) die Sensibilität der Bevölkerung in Bezug auf Salafismus groß ist, aber man die Grauen Wölfe nicht fokussiert, sorgt dafür, dass die Grauen Wölfe (…) eine viel größere Reichweite haben.” Während der salafistischen Szene etwa 8.000 Anhänger zugerechnet werden, haben die Grauen Wölfe mindestens 20.000 Anhänger, so eine Schätzung des hessischen Verfassungsschutzes. Damit sind die türkischen Rechtsextremisten den deutschen zahlenmäßig weit überlegen.

NRW-CDU duldet Faschisten – sofern es türkische sind

Mönchengladbacher Salafisten beim Beten (Bild: Hemmelrath)

Im Gegensatz zu ihren deutschen Gesinnungsgenossen sind türkische Rechtsextremisten in Deutschland bislang großzügig toleriert worden. Nicht wenige von ihnen sind in der nordrhein-westfälischen CDU politisch aktiv. Im April 2014 forderte die Düsseldorfer CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel einen Unvereinbarkeitsbeschluss, nach dem Vertreter der Grauen Wölfe nicht mehr in der CDU Mitglied sein dürfen. Bei der Führung der NRW-CDU stieß Pantel damit aber auf keine Resonanz, stattdessen musste sie den Landesvorstand ihrer Partei kurz darauf verlassen. Und obwohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung sowie blu-News in den letzten zwei Jahren mehrfach Graue Wölfe in der NRW-CDU recherchiert haben, wurde bislang nur ein einziges Parteiausschlussverfahren gegen einen von ihnen eingeleitet. (PH)



Kategorien:Politik

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